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Main-Echo 18.03.2011
Nein sagen: Leiterin Sandra Bauer belästigt in der Rolle eines angetrunkenen Jungen eine Schülerin. Diese setzt sich mit Worten und ihrer Körperhaltung zur Wehr. Foto: Jennifer Kraus
Starke Mädchen mit dem Mut, Nein zu sagen Workshop: Diplomsoziologin Sandra Bauer fördert mit Rollenspielen das Selbstbewusstsein von Schülerinnen Erlenbach »Starke Mädchen« sind das Ziel eines Selbstbehauptungsworkshops von Diplomsoziologin Sandra Bauer am gestrigen Donnerstagvormittag für Schülerinnen der Praxisklasse der Barbarossa-Mittelschule in Erlenbach. Im Rahmen der Schwerpunktreihe »Was heißt denn hier Liebe?!« wurde die Veranstaltung vom Arbeitskreis Jugendsozialarbeit an Schulen und der kommunalen und präventiven Jugendarbeit des Landkreises Miltenberg organisiert. Wut, Angst und Aufregung Was ist eigentlich Selbstbewusstsein ? Und wie zeigt man es gegenüber anderen? Dies war der Einstieg des Workshops. Hierfür wurden die persönlichen Grenzen der Mädchen ausgelotet, indem sie sich zu zweit zusammen fanden. Eine ging auf die andere zu und durfte erst anhalten, sobald die Stehende »stop« rief. Schnell wurde klar, dass die Jugendlichen einander sehr nahe kommen durften. Als der gleiche Vorgang von Trainerin Bauer wiederholt wurde und sie selbstbewusst auf die jungen Damen zuschritt, waren die Reaktionen ganz anders. »Wut, Angst, Aufregung sowie ein komisches Gefühl im Gesicht« kamen laut der Teilnehmerinnen in ihnen auf. Sandra Bauer: »Diese Alarmgefühle sind sehr wichtig, da sie zeigen, dass etwas nicht in Ordnung ist, bei dem was gerade geschieht.« Was will ich selbst? Auf keinen Fall solle man diese Anzeichen des Unwohlseins herunterspielen oder unterdrücken und sich auf Dinge oder Handlungen einlassen, die man nicht möchte. Besser sei es, sich zu fragen, was man selbst will, und darüber in Ruhe nachzudenken. Nach einem kleinen Massagespiel, bei dem es darauf ankam, seinem Partner unangenehme Berührungen mitzuteilen, äußerten sich die Schülerinnen über Situationen in der Schule und der Familie, in denen Körperkontakt unschön sein kann. Unter dem Motto »Was heißt es, ein Selbstwertgefühl zu haben« sammelten die Jugendlichen gute, neutrale sowie schlechte Gefühle wie Liebe, Ekel, Aggression und ordneten diese dann gemeinsam zu. Kreativ tätig wurden die Mädchen bei der anschließenden Plakatgestaltung. Hierfür sollten sie in Partnerarbeit eine für sie perfekte Frau malen. Jedoch ging es dabei nicht nur um das Aussehen des Vorbilds, sondern auch um Charaktereigenschaften. Bei der Besprechung der einzelnen Werke, betonte die Soziologin die »Gefahren, die ein Idol mit sich bringt«. Dabei sei vor allem die persönliche Einstellung gegenüber der Person, der man nacheifert, entscheidend. Ein Minderwertigkeitsgefühl käme schnell auf, wenn zum Beispiel Lebensumstände wie eine Luxuswohnung des angebeten Menschen nicht erreicht werden kann. Die Stimme richtig einsetzen Wie sich die jungen Damen am besten selbst behaupten und deutlich Nein sagen können, wurde am Schluss noch geübt. Dafür erklärte Sandra Bauer erst die notwendige Körperhaltung, die Wortwahl sowie den richtigen Einsatz der Stimme. Danach ließ die Kursleiterin die Teilnehmerinnen das zuvor gelernte innerhalb eines Rollenspieles ausprobieren, bei dem sie selbst einen angetrunkenen Jungen in der Disco darstellte. Jennifer Kraus
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