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Main-Echo Montag, 07.02.2011
Dort mit Erfahrung und Wissen weiterhelfen, wo der Schule Grenzen gesetzt sind: Jugendsozialarbeiterin Melanie Adam hilft einem Schüler beim Schreiben eines Lebenslaufes. Schülerpaten könnten nun zusätzlich eine Vertrauensbasis zu den Jugendlichen aufbauen und diese fit für die Zukunft machen, so die Hoffnung der Verantwortlichen von Main-Ehrenamt und der Leitung der Erlenbacher Barbarossa-Schule. Foto: privat Lebenserfahrung weitergeben Kooperationsprojekt: Main-Ehrenamt und Barbarossa-Schule auf Suche nach »Schülerpaten« - Heute Informationsabend Erlenbach Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite stehen, sich mal Zeit für ein Gespräch nehmen, die Schützlinge auf Vorstellungsgespräche vorbereiten: Schülerpaten sollen künftig Barbarossa-Schülern helfen, ihr schulisches Leben besser zu meistern und sie fit für das Arbeitsleben zu machen. Das ist das Ziel eines neuen Projekts, das die Mittelschule in Erlenbach gemeinsam mit der Initiative Main-Ehrenamt am heutigen Abend (19 Uhr) in der Schulmensa vorstellen will. Schirmherr des Projekts ist Landrat Roland Schwing. Bürgermeister Michael Berninger unterstützt das ehrenamtliche Engagement, das ansetzen will, wo Schule, Sozialpädagogen und Eltern an ihre Grenzen stoßen. »Die Patenschaften basieren auf dem Prinzip der Freiwilligkeit und Ehrenamtlichkeit«, erklärt dazu Felix Behl. Er ist medienpädagogisch-informationstechnischer Berater am Staatlichen Schulamt im Landkreis Miltenberg. Als Lehrer der Praxisklasse an der Barbarossa-Schule weiß er um die Schwierigkeiten seiner Schützlinge auf dem Weg ins Berufsleben. »Wir haben gemerkt, dass wir Schüler haben, denen ein familiärer Ansprechpartner fehlt.« Behls Erfahrung nach haben manche Schüler ein gutes Zeugnis, aber niemanden, der sie einmal zu einem Vorstellungsgespräch begleitet. Andere wiederum hätten berufstätige Eltern, die keine Zeit haben, bei der Vorbereitung der Probearbeit zu helfen. Und wieder andere haben sprachliche Defizite und kennen sich in Sachen Ausbildungsplatzsuche nicht aus. In jedem Fall, so Behl, fehle vielen Jugendlichen jemand, der bei der Organisation des schulischen Alltags behilflich sei. »Unsere Möglichkeiten aber sind begrenzt.« An der Schule kümmerten sich zwar Beratungslehrer, eine Jugendsozialarbeiterin sowie eine Sozialpädagogin um die Schüler, und auch in der Praxisklasse beschäftige man sich intensiv mit dem Thema Berufsvorbereitung. Das Problem aber sei: Es handelt sich ausschließlich um Ansprechpartner von der Schule. Manche Schüler seien gehemmt, wenn sie mit Anliegen zu den Personen kämen, die ihnen später Noten geben, erklärt Behl die Begrenztheit der schulischen Hilfestellung: »Deswegen haben wir uns zusammengesetzt und überlegt: Was können wir ergänzend zu unserem Angebot noch machen?« Wer passt zusammen? Das Konzept sieht vor, dass die Schule in einem ersten Schritt ehrenamtliche Paten sucht, die sich - je nach Bedarf und Zeit - ein paar Stunden pro Woche exklusiv um einen Schüler kümmern. Erst danach wird ermittelt, welcher Schüler sich Unterstützung wünscht. Im dritten Schritt sollen Schüler und Pate sich kennenlernen. »Es wird geschaut: Wer passt zusammen. Die Chemie muss stimmen«, sagt Behl. Weitere Vorgaben soll es erst einmal nicht geben. »Wir müssen sehen, wie sich das Ganze entwickelt.« Niemand solle sich genötigt fühlen. Spielregeln gebe es aber schon: So sollen die Schülerpaten vertrauensvoll und in enger Abstimmung mit den Jugendlichen, deren Eltern und Lehrern zusammenarbeiten. Respekt, Wertschätzung, das Prinzip der Freiwilligkeit gelten für beide Seiten. Der Zeitrahmen werde individuell zwischen Pate und Schüler vereinbart. Bei Einzelfallproblemen stünden qualifizierte Ansprechpartner zur Verfügung. Als Schülerpaten gesucht werden Menschen mit Lebenserfahrung. Die Paten sollten Freude daran haben, ihr Wissen an junge Menschen weiterzugeben, sie zu kreativer und sinnvoller Freizeitgestaltung zu motivieren, deren Talente zu fördern und ihnen bei der Berufswahl zur Seite stehen. Behl: »Wir wünschen uns Menschen, die sich bewusst für die Schülerpatenschaft entscheiden.« Sylvia Breckl Informationsabend heute um 19 Uhr in der Mensa der Barbarossa-Mittelschule Erlenbach. Ansprechpartner: Schulrektor Ulrich Wohlmuth, Tel. 0 93 72 / 94 40 83, Main-Ehrenamt-Mitarbeiterin Susanne König, Tel. 0 93 72 / 1 09 60.
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